Dieter Bonnekamp, Vorsitzender des Heimat- und Burgvereins Burgaltendorf hatte nicht nur eine gut recherchierte Führung organisiert, sondern auch drei Mitarbeiter( Marlies Beher-Hagemann, Elke und Rolf Siepmann) , die an verschiedenen Stationen aus dem Leben von Heinrich Kämpchen passende Gedichte vortrugen.
Jetzt geht’s los. Von Burgaltendorf herunter zur Ruhr und weiter bis zur Ruhrbrücke Dahlhausen. Hier erfahren wir von Rolf Siepmann, der mit dem Auto zur Gruppe gestoßen ist, mehr über den „Heimatdichter“ Kämpchen, der die Natur seiner Heimat beschrieben hat und der die Sagen aus der Umgebung in Gedichten überlieferte.
Auf der Titelseite der Gewerkschaftszeitung gab es eine Rubrik, die regelmäßig ein Gedicht von Kämpchen enthielt. Als die Gewerkschaftsspitze diese Rubrik entfernte, protestierten Kollegen solange, bis seine Gedichte wieder auf der Titelseite erschienen.
Sein eigenes Gedicht auf dem Grabstein wendet sich gegen die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung durch „christliche“ Gewerkschaften:
Nur Toren und Verräter
sie teilen uns geschwind
in Christen und Nichtchristen,
wo wir doch Brüder sind“
Aber Kämpchen war nicht nur Bergarbeiter und Dichter. Er war auch Kämpfer und Sozialist. Seine Kollegen wählten ihn als Verhandlungsführer im Streik 1889, was zur Folge hatte, dass er bei nächster Gelegeenheit entlassen wurde. In Bochum-Linden, wo wir von Dahlhausen aus hinfuhren, musste er seine karge Rente durch den Verkauf von Zigarren aufbessern.

Rolf Siepmann in Hochform.





